Wespenparty

Wenn man auf einer Party sehr viele neue Menschen kennen lernt, ist es leicht möglich, dass man sich am nächsten Tag nicht mehr so genau erinnert, wie die einzelnen Typen hießen. In meinem Fall ist es sogar sehr wahrscheinlich. Außerdem überprüft man ja die Angaben der Gäste nicht. Theoretisch können die einem viel erzählen. So geht es mir auch im Garten. Ich treffe bei jedem Spaziergang neue Mitbewohner, aber die Identifizierung ist teilweise extrem schwierig. Viele sehen sich total ähnlich. Bei einigen steht schon im vermeintlichen Artportrait, eine sichere Bestimmung sei nur durch Präparation und mikroskopische Untersuchung der Genitalien möglich. Soweit will ich nicht gehen. (Nicht mal im Garten.) Ich werde mich daher für die Richtigkeit dieser Bestimmungen nicht duellieren, nehme aber gern Verbesserungen entgegen….

Eine Grabwespe. Aber welche? Sie war ziemlich groß, etwa 2 cm, deshalb tippe ich auf Gemeine Sandwespe (Ammophila sabulosa). Oder etwas ähnliches. Diese Wespe fängt ein bis zwei große Raupen und schleppt diese zu Fuß in ihre Brutkammer, die einige Zentimeter tief gegraben wird.
Eine „echte Blattwespe“. Thenthredo spec. Die Experten streiten noch über die richtige Systematik und auch sonst sind die verschiedenen Arten schwer auseinanderzuhalten. Sie erbeuten Insekten. Hier leckt sie aber gerade süßes „Blattlauspippi“ auf, das vom Tulpenbaum heruntergetropft ist.
Noch eine etwas kleinere Version von Tenthredo spec. Quasi incognito auf der Party.
Auch eine Blattwespe. Ich finde sie sieht der Kohlrübsenblattwespe (Athalia rosae) ähnlich, aber es kann ähnliche andere Arten geben. A. rosae ist jedenfalls ein gefürchteter Schädling in der Landwirtschaft, weil die Larven an Kohl, Raps und Senf fressen.
Eine Schlupfwespe (Ichneumonidae). Es gibt allein in Deutschland über 3000 Arten, die sich teilweise kaum unterschieden lassen – ein weites Feld für Spezialisten. Mit dem Legstachel wird ein Ei an einem Opfer plaziert, Schlupfwespen leben als Parasiten. Diese hier hatte ich schon im Juni fotogafiert und gehofft, ihren Namen doch noch zu finden.
Diesen Gast halte ich auch für eine Schlupfwespe, diesmal in schwarz-rot. Der Legestachel ist gut sichtbar.
Hier noch eine Wegwespe. Die Baldachinspinne (Linyphia triangularis) wurde von ihr als Verpflegungspaket für den Nachwuchs getötet.
Eine Lehmwespe (Eumeniae). Könnte sein, dass sie für einige der Lehmverschlüsse in der Nishilfe verantwortlich ist
Ein besonders schillernder Partygast: Eine Goldwespe (Chrysididae) in voller Pracht.
Dies ist eine andere Art Goldwespe (ohne rot). Ich hoffe, ich erwische sie nochmal besser.

Das sind jetzt nur die ausgefallenen Gäste der Wespenparty, ohne die echten Wespen. (Bei denen übe ich noch die Bestimmung. Das muss nämlich gehen…). Und es sind nur die, die sich mit der Kamera „abschießen“ ließen. Ich bin mal wieder sehr beeindruckt, wer in meinem Garten alles wohnt….

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