Buchtitel

Leseempfehlung

Libelle, Marienkäfer & Co  von Anne Sverdrup-Thygeson (Goldmann)

Abends ist es früh dunkel – und die Insekten in meinem Garten haben allmählich das Saisonende eingeläutet. Man darf also auf Entdeckungsreise gehen, ohne sich selbst die Knie matschig zu machen, praktisch vom Sofa aus. Dazu hätte ich einen Tip. (Und nur der Vollständigkeit halber: Das Buch habe ich gekauft, ich kenne weder die Autorin, noch Menschen aus dem Verlag und bin weder aufgefordert, noch bezahlt worden etwas über das Buch zu schreiben. Ich mochte es einfach.).

Der leicht phantasielose Titel täuscht über die Unterhaltungs- und Infotainment-Qualitäten dieses wunderbaren Buches hinweg. „Von der Schniedelfiedel, dem Beerenfurz und Assasinen-Fliegen“ beschreibt eher, was diese Liebeserklärung an die Sechsbeiner leistet. Es fasst auf knapp 250 Seiten Insektengeschichten zusammen, die erstaunen, belustigen oder überraschen. Frau Professor Anne Sverdrup-Thygeson ist Wissenschaftlerin in Norwegen, sie forscht vor allem zu Insekten in Ökosystemen wie alten Eichen. Ohne die Highlights verraten zu wollen sei es jedem auf den Nachttisch gelegt, der noch nie vom Penisauge des Schwalbenschwanzes, der Schokognitze oder der Brutpflege beim Ohrenkneifer gehört hat. Wer frisst mehr Fleisch pro Jahr – Menschen oder Spinnen? Und wer ist ein erfolgreicherer Jäger – Löwe oder Libelle?  Glücklicherweise geht die Autorin nach den unterhaltsamen Appetithäppchen noch eine Informationsebene tiefer, verdeutlicht, warum auch die „lästigen“ Insekten unverzichtbar sind und liefert ein umfangreiches Literatur- und Quellenverzeichnis zum Weiterlesen. Da gibt es nichts zu meckern – Top-Empfehlung.

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