Whodunit – Spuren im Garten

„Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?“, „Wer hat von meinem Gemüschen genommen?“, fragen die Märchenzwerge bevor sie Schneewittchen kennen lernen. „Wer frisst Löcher in mein Gemüse und scheißt Spiralen in mein Beet“, fragt sich die Gärtnerin gelegentlich, bevor sie die Verursacher auf frischer Tat ertappt. Bei der Spurensicherung im Tatort Garten hat mir ein tolles Buch geholfen – hier kommen die Ergebnisse meiner Ermittlungen.

Mitbewohner des Monats: Kleiner Kohlweißling

Mitbewohner ist fast eine Untertreibung – denn meine Beziehung zum Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae) ist in diesem Monat in eine neue Phase eingetreten: Ich bot ihm eine Stelle als Haustier an. Man könnte auch von Zwangsumsiedlung sprechen. Oder Schutzhaft. Jedenfalls entzog ich den gefräßigen Raupen die Aufenthaltserlaubnis im Gemüsebeet und offerierte für Kost und Logie eine befristete Stelle als Naturpädagogische Hilfskraft.

Supernasen

Die besten Fotos des prachtvollen Schillerfalters im geliehen Garten gelangen mir zuverlässig rund um das Plumsklo. Während unsere Geschmäcker sich optisch teilweise zu gleichen scheinen, haben wir offenbar eine deutlich unterschiedliche olfaktorische Wahrnehmung. Ein guter Anlass, einmal in die Geruchswelt meiner Mitbewohner zu schnuppern. Können Vögel riechen? Wie schaffen es Mäuse in die Champions-League der Supernasen? Und lassen sich Motten vom Licht leiten – oder doch vom Duft nach Sex?

männliche Haselblüte

Boten des Wandels

Theoretisch gibt es auch im Winter viel zu entdecken im Garten. Praktisch lerne ich bei Kälte, Feuchtigkeit und unbefriedigendem Fotolichtlicht lieber mit einem Buch vor dem Kamin – etwa über meinen Garten als Bühne des Klimawandels. Dessen Herausforderungen fordern Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt als Reservoir für Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Ein Grund mehr, möglichst unterschiedlichen Geschöpfen etwas Platz zu lassen in unseren 17 Millionen Gärten in Deutschland.