Mitbewohner des Monats: Bergmolch

Obwohl mein Garten weder „Berge“ noch Gewässer  zu bieten hat, sind Bergmolche (Ichthyosaura alpestris) unsere ständigen Mitbewohner. Vor Jahren traf ich gleich zwei unter einem Stück Totholz bei der (seltenen) Gartenarbeit, und leider gibt es auch alle paar Jahre einzelne Totfunde im Keller, wo einzelne Tiere regelrecht mumifiziert in einer Wäschetonne oder hinter einem Regal auftauchen.

Der feuchte Sommer ließ die Sandgrube wie ein ruhiges Herbstversteck erscheinen – und dann kamen 10 über einen Meter große Riesen mit Schaufeln und gruben nach Gold! Dieses Bergmolch-Weibchen (Ichthyosaura alpestris) ließ sich bereitwillig von mir „retten“.
Dieses Tier hat seinen Ausflug in den Keller nicht überlebt – es lag am Boden eines Wäschebehälters, den es vielleicht nicht mehr verlassen konnte.

Vor den wilden Horden gerettet

In den letzten Augusttagen wurde dieses Weibchen von einer Horde Kindergeburtstagsgäste aus der feuchten Sandgrube gescheucht und von mir in einen ruhigen Gartenbereich gerettet. Dort konnte ich am nächsten Tag unter einem Stück Holz ein weniger sandiges Foto machen. Man sieht ihre „Landtracht“. Diese Haut trägt man ab dem Spätsommer, sie ist derber und wasserabweisend. Vor allem die Männchen sind jetzt viel unscheinbarer als im Sommer, wo sie im leuchtend blauen „Schwimmanzug“ und mit auffälligem Rückenkamm posieren. Im Frühjahr und Sommer leben sie zur Paarungszeit in Gewässern, auch ganz kleinen wie nassen Spurrillen von Waldmaschinen oder kleinen Gartenteichen, und fressen Froscheier und Mückenlarven.  Aber was machen Molche von August bis März? Darüber weiß man nur wenig, außer dass sie in feuchten Verstecken leben und des nachts bis in den späten Herbst Insekten jagen. Zum Überwintern brauchen sie dann ein geschütztes Plätzchen – wieder ein Grund für Ecken mit feuchtem Laub, Holzresten und Steinhaufen.

Bergmolch in Landtracht. Bis sie im März zur Paarung und Eiablage ein kleines Gewässer sucht, bleibt ihre Haut rauh und tarnfleckig. Im unaufgeräumten Staudenbeet kann sie es sich bis dahin gemütlich machen.

Theoretisch kann die Bergmolch-Dame schon vor mir an der alten Mühle 20 eingezogen sein: Bergmolche leben nämlich nachweislich 15 Jahre und länger. Damals gab es sogar einen Teich – zur Eiablage muss sie jetzt zum Nachbarn. Wenn die Zeit der Kindergeburtstage vorbei ist, werden wir der Molch-Population wieder einen Ort schaffen, um ihren Nachwuchs in unserem Garten zu bekommen.

Nachtrag:
Einige Tage später sah ich unter dem Holzscheit nach – und traf zwei schlafende Molche, einer davon wohl ein Männchen. :-). Ich denk im Winter schon mal darüber nach, wie eine kleine Wasserlösung für die beiden aussehen könnte…

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