Wer wohnt in meinem Garten?

1,8 Millionen bekannte Tier- und Pflanzenarten leben auf der Erde, aber man schätzt, dass es insgesamt etwa 20-30 Millionen gibt. 90 Prozent leben im Regenwald. Auch in unseren Breiten denken wir beim Thema „Artenvielfalt“ oder Biodiversität zuerst an Wälder oder Feuchtbiotope.

Gärten dagegen gelten Naturforschern und Artenschützern als suspekt. Sie sind gerammelt voll mit Neophyten, also eingewanderten bzw eingeschleppten Pflanzen, Gift und Gewalt in Form von Heckenschere und Rasenmäher.

Tatsächlich ist so ein Familiengarten ein Gestaltungsraum und Außen-Wohnzimmer. Für wilde Natur ist meist nur am Rand Platz. TROTZDEM finde ich in meinem Garten bei jedem Besuch neue Mitbewohner. Das brachte mich auf die Frage: Wer wohnt in meinem Garten? 

Mein Garten

Eigentlich ist mein Garten gar nicht MEIN Garten. Er war schon weitgehend fertig, als wir vor 9 Jahren unser Haus östlich der Ruhrgebietsrandstadt Unna kauften. Es gab jede Menge Ziersträucher, eine Gartenhütte und viel Buchsbaum. Eingefasst war er von einer sehr blickdichten und immergrünen Kirschloorbeer-Hecke.  Es ist ganz und gar kein Naturgarten im Sinne des NABU. Aber trotzdem voller Natur.

Heute gehört der Garten meiner ganzen Familie. Er ist Spiel- und Fußballplatz, Partylocation und Freiluftlounge. 

Und trotzdem teilen wir ihn mit so vielen Arten! Säugetiere (Fledermäuse, Igel, Eichhörnchen) Vögel (Zaunkönig, Sumpfmeise oder Gartenrotschwanz, sogar eine Waldohreule ist regelmäßig zu Besuch) Schmetterlinge (Taubenschwänzchen, Ligusterspinner oder Mondvogel sind schon gesichtet worden) und dann die ganzen Pflanzen und Insekten, die ich nicht mal mit Namen ansprechen kann. Dieser Blog soll ein Gästebuch werden für die Natur direkt vor meiner Tür.

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Comments

  1. Liebe Frau Kleiböhmer,
    musste es ausgerechnet eine gemeine Nacktschnecke sein, die mich als erstes ansieht, wenn ich Ihre Seite aufrufe? Der Schrecken aller Gartenbesitzer, die sich daran erfreuen wollen, wenn die Hostapflanzen ihre tollen Blätter entfalten (wollen), die Schnecken sie aber derart verunstalten, dass man zum Mörder werden könnte? Der Kuschelfaktor grenzt haarscharf an dem einer Kröte, die es sich abwechselnd in unserem Teich – die Goldfische konnten offensichtlich gut damit leben – gemütlich machte oder am Abend am Rand saß und – wie ich ganz sicher glaubte – nur in Richtung Terrasse stierte, mich fixierte und ihre ureigenen Geräusche von sich gab. Irgendwann hatte mein Mann Erbarmen, mit der Kröte und mir! Er organisierte einen „Umzug“, jetzt hat sie ein tolles neues Zuhause auf einem Bauernhof, in einem riesigen Teich mit gaaanz vielen Seerosen. Tja, und mir schmeckt mein Glas Wein jetzt am Abend auch wieder besser! In diesem Sinne, herzliche Sommergrüße von Vossenbergs Terrasse!

    1. Das Blickduell zwischen Ihnen und der Kröte hätte ich zu gern erlebt! Beste Grüße zum unbobachteten Weingenuß nach Horstmar.

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